Berliner Philharmoniker

Die Berliner Philharmoniker sind eines der weltweit berühmtesten Symphonie-Orchester. Aus unserer Zusammenarbeit entstand die Möglichkeit, ihre Musik in höchster Klangqualität auf Android Geräte zu streamen. Die App fängt die Nuancen und dramaturgischen Details jedes Konzerts ein und bringt somit einem größeren, weltweiten Publikum ein wahrhaft außergewöhnliches musikalisches Erlebnis.

Die Zahlen

  • 2500 kbps video streaming
  • Video-On-Demand für 280 Konzerte und 10 Filme — das komplette Konzertarchiv
  • Alle drei Tage ein Live-Konzert, Live-Streaming weltweit
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Exquisites Musik-Streaming

In den letzten 125 Jahren haben sich die Berliner Philharmoniker durch die Qualität und den Charakter ihrer Konzerte als eines der hochrangigsten Orchester der Welt etabliert. Durch eine wachsende digitale Hörerschaft, die Musik auf neue Weise genießen möchte, wollte das Orchester neue Wege finden, sich mit seinem Publikum zu verbinden und die Welt der Smartphone und Tablet besitzenden Musikliebhaber erreichen. Novoda und Opoloo haben sich zusammengetan, um den Erwartungen, die die Berliner Philharmoniker an Entwicklungsqualität und Software-Design stellen, Ehre zu tragen.

Dank ihrer Sponsoren (Deutsche Bank und Sony) konnte sich die Berliner Philharmonie bereits als hochrangiger Teilhaber an wegbereitender Technologie positionieren. Ein Augenschmaus von 2500 kbps Videos wird in Echtzeit für jeden Auftritt im hauseigenen Produktionsstudio in den Hallen der Berliner Philharmoniker selbst produziert. Unsere Aufgabe war es, die Reichweite dieser weltklasse Videoproduktion auf die diversen Androidgeräte ihres Publikums zu skalieren.

Die richtigen Töne

Zunächst haben wir alle Beteiligten zu einem 2-Tages-Workshop in Berlin zusammengebracht: Die Berliner Philharmoniker, Novoda (Android), Opoloo (Design), nxtbgthng (iOS), and Skygate (Web Backend). Ziel war es, ein besseres Verständnis des Erbes, der Ambitionen und der Geschäftsziele des Orchesters zu bekommen. Nach einer Audienz mit federführenden Berlin Phil Media Leuten und beeindruckenden audiovisuellen Präsentationen, entwarfen wir einige fiktionale Personae, die verschiedene Hörer aus der Zielgruppe des Berliner Philharmonie-Publikums repräsentieren. Das erlaubte es uns, die Gewohnheiten und Nutzungsanforderungen des Publikums zu definieren, was wiederum zu einer Priorisierung der Anfangsanforderungen führte. Wir benutzten die Personae stets, um die Erwartungen des Publikums und der Produktdirektion während des Produktzyklus zu kontrollieren.

Einstimmen

Das sogenannte Bootstrapping ist die Anfangsphase, in der alle im Team die Kommunikation, gemeinsame Entwicklungsumgebungen und Werkzeuge festlegen, immer mit dem Ziel, schnell einen ersten klickbaren Prototypen zu bauen und mit diesem inkrementell zu arbeiten. Dieser bereits funktionierende Prototyp zeigt den Hauptinformationsfluss der App und ermöglicht schnelles, konstantes Feedback während der frühen Projektphasen. Es ist immer einfach darüber zu philosophieren, welche Designentscheidungen und Funktionen funktionieren und welche nicht, doch am schnellsten lässt sich eine Idee durch die praktische Benutzung bewerten.

Ein klickbarer Prototyp baut auf Papierprototypen und Whiteboard-Skizzen auf — die schnellste Möglichkeit, das Design zu erforschen, ohne tageweise Zeit mit der Programmierung zu verbringen. In diesem Projekt brauchten wir zwei Tage für die Papierprototypen und innerhalb einer Woche spielte das Team einen kompletten, klickbaren Prototypen auf die Testgeräte des Kunden aus.

Während dieser zwei Wochen sorgten wir für konstante Kollaboration und Kommunikation zwischen allen Stakeholdern, wodurch wir Schlüsselentscheidungen herausstellen konnten und das Produkt immer einen Schritt näher an seine Verwirklichung brachten.

In den höchsten Tönen

Während unsere Partner bei Opoloo das visuelle Branding übersetzten und mit uns implementierten, lag unser Hauptfokus darauf, dass das Ansehen unseres Kunden as Pionier auch im technischen Bereich gewahrt blieb, auch auf kleineren, älteren Geräten. Da das Ziel der App die Präsentation hochqualitativer Live-Videos und Audioformate war, wussten wir, dass es nun darauf ankam, dass wir diese auf allen Geräten gleichermaßen ausspielen konnten.

Anfangs ließen wir Qualitätssicherungsexperten händisch Tests über eine Unzahl verschiedener Geräte ausführen, bevor wir dazu übergingen, auch automatisierte Skripte zu entwickeln, um die wichtigsten Use Cases und die Servicequalität zu testen. Wir waren uns einig, dass das wichtigste Kriterium die Sicherstellung des reibungslosen 2500 kbps Streamings, ohne jeden Aufhänger oder Ruckel ist. Jedes Live-Konzert während der Entwicklungsphase wurde zum Testen und zur Demonstration der Tauglichkeit des Prototypen genutzt. Von Smartphones, Tablets und TV-Geräten umgeben zu sein, die alle einen hochqualitativen Livestream in herrlichem Dolby 5.1 Surround Sound abspielten, war eine fantastische Erfahrung.

Obwohl wir um die engagierten Fans des Ensembles wussten, konnten wir erst ihre Passion verstehen, als wir uns mit der Musik umgaben und selbst die ansteckende Aufregung der Konzerte miterlebten. Es sorgte also für eine noch größere Motivation, dass wir diese Passion durch unsere Arbeit an der App nun einem neuen, größeren Publikum näherbringen und zudem der lokalen Hörerschaft einfacheren Zugang zur Musik des Orchesters ermöglichen würden.

Der Chromecast war gerade neu herausgekommen und diente als gute Möglichkeit, das lokale Publikum einzubeziehen, wenn der Orchester-Besuch einmal nicht möglich war. Als nur daumengroßes Gerät passt der Chromecast in den HDMI-Eingang jedes TV-Geräts und streamt die Inhalte, die vom Smartphone oder Tablet gesendet werden. In Kombination mit der App erlaubt dies, internationalen und lokalen Fans hochqualitative Videos und den Sound eines Konzerts bequem vom Sofa aus zu genießen. Obwohl das natürlich nicht ganz an das Erlebnis im Konzertsaal heranreichen kann, ermöglicht ein Konzert, mit dem Chromecast auf einen 50 Zoll Bildschirm gestreamt und mit Freunden und einer guten Flasche Wein genossen, eine ganz neue Orchestererfahrung.

Archiv

Novoda arbeitet in 2-Wochen-Sprints und mit kontinuierlicher agiler Planung, um Aufgaben präzise zu priorisieren. Eine der Herausforderungen, die durch diesen schnellen, iterativen Prozess herausgestellt werden konnte, war das einfache Stöbern und Filtern des Archivs des Orchesters, mit über 300 Video-Konzerten. Ein großartiges Archiv bringt nichts, wenn es hoffnungslos unter einer schlechten Informationshierachie begraben ist.

Zusätzlich fanden wir schnell heraus, dass nicht alle Nutzer das Archiv in derselben Weise benutzten. Einige wollten das Archiv als Fans eines bestimmten Komponisten nutzen, andere wollten Konzertempfehlungen bekommen oder sich innerhalb eines spezifischen Genres bewegen. Die App sollte eine Vielzahl dieser Vorlieben abdecken, ohne andere zu vernachlässigen.

Nach einigen Variationen kamen wir zu dem Schluss, dass dem Nutzer Filtermöglichkeiten nach Komponist, Dirigent, Genre, Epochen und Spielzeiten gegeben werden müssen. Das stellt sicher, dass jedes Konzert innerhalb von 3 Klicks auf den Bildschirm verfügbar ist — eine einfache und zugängliche Herangehensweise, die die allermeisten Nutzermuster abdeckt.

Generalprobe

Tests sind so wichtig, dass wir sie uns nie bis zum Ende des Projekts aufheben. Normalerweise empfehlen wir, während des Projekts mindestens 25% der Entwicklungszeit auf Qualitätssicherheit aufzuwenden, sobald die Bootstrapping-Phase abgeschlossen ist. In diesem Fall nahmen wir uns sogar 30%, aufgrund des zeitsensitiven Direkterlebnisses des Konzerte.

Zusätzlich zur formalen Qualitätssicherung haben wir außerdem eine VIP Beta-Test-Gruppe ins Leben gerufen, in der Nutzer unseren Fortschritt mitverfolgen und uns Feedback für die weitere Entwicklung geben konnten. Wir lieferten wöchentlich Beta-Versionen an unsere VIP Google+ Gruppe und merkten, dass diese 200 leidenschaftlichen und mitteilungsfreudigen Musikenthusiasten uns mehr relevantes und nuanciertes Feedback lieferten, als wir je durch teaminterne oder Außer-Haus-Qualitätssicherung bekommen hätten.

Weil wir vier Zielregionen mit vier verschiedenen Sprachen anvisierten (englisch, deutsch, japanisch und spanisch), konnten wir uns außerdem direkt mit Muttersprachlern jeder Sprache auseinandersetzen — die einzige Möglichkeit, dies wirklich testen zu können.

Die Berliner Philharmoniker sind bekannt dafür, nur mit den Besten der Besten zusammenzuarbeiten. Solch hohe Erwartungen können schnell Druck auf ein unerfahrenes Team aufbauen. Doch hier war das nicht der Fall. Jeder Entwickler bei Novoda kennt die Android Plattform wie seine Westentasche, sowohl die Defizite als auch die Vorteile. Aufgrund des begrenzten Budgets konnten sie bereits im frühen Stadium genau das richtige Feature-Set vorschlagen und einen roten Entwicklungsfaden vom ersten Workshop bis zur Publikation im Play Store verfolgen.

Guenther Beyer, CEO & Designer bei Opoloo

Vorhang auf!

Schließlich stand die App dann im Play Store und wurde ein Riesenerfolg. Zehntausende aktive, zahlende Kunden streamen regelmäßig die Inhalte und mit einer Bewertung von 4,5 Sternen ist nun klar, dass die App einem stetig wachsenden Publikum von Musikliebhabern Freude macht.

Get it on Google Play

Ich wusste nicht, dass ein so großes Projekt so reibungslos laufen kann.

Alexander McWilliam, Leiter des Online Developments Berlin Phil Media GmbH
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